Vereins-Chronik:

Am 06. August 1970 war es endlich gelungen, die in Kofferen fast schon ausgestorbene Tradition des Musizierens zu neuem Leben zu erwecken. Allerdings war es kein Neubeginn mit Hörnern, Klarinetten und Trompeten, sondern mit Trommeln und Trommelflöten.

Die Gründungsversammlung am Abend des 06. August 1970 in der Gaststätte Meurer wurde auf Initiative der beiden „Kofferaner“ Willi Krichel und Franz Bergrath einberufen. Unter Beteiligung vieler Kofferener Bürger wurden Statuten verfasst und ein Vorstand gewählt. In den folgenden Wochen sprach man die Jungen des Dorfes mit dem Ziel an, möglichst viele aktive Mitglieder für das frisch gegründete Trommler-und Pfeiferkorps Kofferen zu gewinnen.

Die Resonanz war so groß, dass bereits Ende des Monats August die erste Übungsstunde mit 28 „aktiven Mitgliedern“ absolviert werden konnte, wobei es sich um Jungen im Alter zwischen 9 und 16 Jahren handelte.

Der aus Erkelenz-Kückhoven stammende „Neu-Kofferaner“ Theo Meier hatte sich zuvor mit Heinrich Vieten aus Venrath in Verbindung gesetzt, die beide aktive Mitglieder in den Korps ihrer Heimatorte waren. Sie hatten sich bereit erklärt, den Kindern und Jugendlichen die Grundbegriffe des Trommelns und Flötens beizubringen, und dafür zu sorgen, dass das Repertoire an Musikstücken in der Folgezeit stetig erweitert wird.

Dank Unterstützung der Stadt Linnich, des damaligen Kreises Jülich und vor allem der Dorfbevölkerung standen zu diesem Zeitpunkt auch schon Instrumente zur Verfügung. Die Begeisterung und Lernbereitschaft der Kinder und Jugendlichen kannte keine Grenzen, so dass in den Jahren 1970 und 1971 die ersten öffentlichen Auftritte bei Dorf-und Vereinsveranstaltungen im Ort erfolgten. Die Freude über das bis dahin Gelungene war groß.

Am Ostermontag, dem 12. April 1971 erfolgte der erste Auftritt in Uniform anlässlich des Gründungstages der St. Margaretha Schützenbruderschaft Kofferen. Zum ersten Auftritt außerhalb Kofferens trat das Trommler-und Pfeiferkorps Kofferen am 19. September 1971 in Welz anlässlich der dort stattfindenden Spätkirmes auf. Bis heute schlossen sich insgesamt etwa 1700 weitere Auftritte an.

Eine markante Änderung vollzog sich in den Anfangsmonaten des Jahres 1973. Um den Flötisten-Nachwuchs zu gewährleisten, wurden nach entsprechender Änderung der Statuten auch Mädchen als aktive Mitglieder aufgenommen, da nicht mehr genügend Jungen als Nachwuchs zur Verfügung standen.

Da für die Anschaffung der ersten marineblauen Uniformen auf Grund der damals nur geringen finanziellen Mittel ein nur qualitativ geringwertiger Stoff beschafft werden konnte, wurden bereits im Jahr 1975 neue Uniformen angeschafft, die bis heute unverändert in königsblauer Farbe getragen werden.

Im August 1975 feierten wir unser 5-jähriges Bestehen auf dem Festplatz am Schroof, wozu wir u.a. den Musikverein aus Kinheim an der Mosel begrüßen konnten, der neben vielen Gästen auch von der amtierenden Weinkönigin aus Lösnich begleitet wurde, wo wir im Juli 1975 am dortigen Weinfest teilgenommen hatten.

Im Mai 1976 nahmen wir an einem internationalen Wettstreit in Körrenzig teil, wo wir von insgesamt 30 teilnehmenden Trommlerkorps vor Loverich-Floverich und Golkrath die beste Bewertung für Aufzug und Vorbeimarsch erhielten.

Im Januar 1979 stiegen wir von den bis dahin verwendeten konischen Keilwerth-Flöten auf zylindrische Sandner-Flöten um, die sich durch einen kräftigen und klaren Klang auszeichnen.

Anlässlich der Kirmes in Kofferen spielten wir am Samstag, den 07. Juli 1979, unter Mitwirkung des Musikvereins Lövenich, erstmalig den Großen Zapfenstreich im Festzelt am Schroof.

Unser 10-jähriges Bestehen feierten wir im September 1980 in einem Festzelt am Schroof. Im Rahmen eines großen Freundschaftstreffens nahmen mehr als 30 befreundete Vereine, darunter 21 Musikzüge, am großen Festzug teil. Das Festzelt konnte die Massen der Gäste und Besucher am Sonntagnachmittag kaum fassen.

Im Oktober 1981 wurde unser Vereinshaus „Am Lügenpfad“ eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. Unser Ehrenmitglied Peter Bongartz hatte uns zuvor großherzig seine Scheune überlassen, die in Eigenleistung zum Vereinshaus ausgebaut wurde. Der erste Übungsabend im neuen Vereinshaus fand am 05. November 1981 unter Leitung von Heinrich Vieten statt.

In den folgenden Jahren wurde das Heim mehrfach ausgebaut und modernisiert, und ist auch heute noch unser Zuhause. Neben den Übungsabenden am Donnerstag einer jeden Woche, findet dort auch im Januar eines jeden Jahres, erstmalig am 09. Januar 1982, unser Kameradschaftsabend statt.

Der 02. Juni 1982 war ein Tag der Trauer für unseren Verein, denn an diesem Tag verstarb unser Ausbilder, Kamerad und Lehrmeister Heinrich Vieten im Alter von nur 62 Jahren.

Am 28. Dezember 1983 folgte ihm nach fünfjähriger aktiver Mitgliedschaft unser Kamerad Michael Venrath, der einen Tag vor seinem 17. Geburtstag viel zu jung verstarb.

Unser 15-jähriges Bestehen feierten wir im Juni 1985 in einem selbst bewirtschafteten 200 Quadratmeter-Zelt auf dem Festplatz am Schroof.

Am 13. Mai 1987 musste der Verein wieder einen schicksalhaften Verlust ertragen. Plötzlich und unerwartet verstarb unser Vereinsgründer und Ehrenvorsitzender Willi Krichel im Alter von nur 60 Jahren. Er war eine Persönlichkeit, der unser Verein neben Franz Bergrath, Theo Meier und Heinrich Vieten seine Existenz und sein bis dahin stetiges Wachstum zu verdanken hat.

Im Juni 1990 wurde unser Vereinshaus, nachdem wir drei Jahre zuvor eine Terrasse angebaut hatten, mit neuen Fenstern und einer neuen Eingangstür ausgestattet. Doch alle bis dahin durchgeführten Baumaßnahmen wären vergebens gewesen, wenn ein Feuer, das offensichtlich von einem Brandstifter gelegt wurde, nicht rechtzeitig entdeckt und gelöscht worden wäre.

Bei einem internationalen Wettstreit am 14. Mai 1995 in Süsterseel gelang es uns von insgesamt 28 teilnehmenden Trommlerkorps hinter dem erstplatzierten Fluit- und Tambourcorps Montfort aus den Niederlanden und vor dem drittplatzierten Spielmannszug Wehr in der Bewertung Aufzug und Vorbeimarsch den 2. Platz zu belegen.

Die Freude über diesen Erfolg wich einige Wochen später tiefer Trauer über den plötzlichen und unerwarteten Tod unseres Vereins-Mitbegründers, langjährigen 2. Vorsitzenden und Ehrenmitglieds Franz Bergrath. Er hatte noch 11 Tage vor seinem Tod sein Grußwort als Schirmherr unseres 25-jährigen Vereinsjubiläums verfasst. Er hatte die Schirmherrschaft mit Freuden übernommen, doch war es ihm leider nicht vergönnt, dieses Jubiläum gemeinsam mit uns zu feiern.

Die Jubiläumsfeierlichkeiten, denen unser Ehrenmitglied Theo Meier dann stellvertretend für Franz Bergrath als Schirmherr vorstand, fanden vom 25. - 27. August 1995 in einem Festzelt auf dem Festplatz am Schroof statt. Während der Feierlichkeiten wurden Alex Bongartz, Hans Bongartz, Helmut Schmitz und Hubert Theißen für 25 Jahre aktive Mitgliedschaft geehrt.

Am 27. Juli 2003 nahmen wir am Verbandsfest der Vereinigten Spielmannszüge Nordeifel in Monschau-Konzen teil, wo wir den 1. Platz in der Zugwertung „Sonderklasse“ belegten.

Im Rahmen des Kameradschaftsabends im Januar 1999 konnten wir zwei weitere Mitglieder ehren. Hierbei handelte es sich um Josef Weitz und Frank Völker. Beide wurden für ihre 25-jährige aktive Mitgliedschaft mit einer Ehrennadel und einer Urkunde geehrt.

Vom 21.- 27. April 2003 fuhren wir auf Einladung einer dort beheimateten Blaskapelle zu einer Probenwoche nach Tannheim-Schattwald in Tirol. Dort waren wir in einem Selbstversorgerhaus untergebracht. Sowohl die schönen Tage als auch die kurzen Nächte nutzten wir nicht nur zum Einstudieren neuer Märsche, sondern auch zu ausgiebigen Ausflügen und Wanderungen, von denen wir uns bei selbst zubereiteten Mahlzeiten erholten, für die es nicht wirklich ein Rezept gab und die zum Teil sehr abenteuerlich anmuteten. Wie sich später herausstellte, stärkte dieser Ausflug die Kameradschaft und das Zusammengehörigkeitsgefühl aller Aktiven untereinander.

Unter dem Motto „Wie et fröher woch“ feierten wir in der Zeit vom 27. - 28. August 2005 unser 35-jähriges Bestehen unter freiem Himmel auf dem Festplatz am Schroof. Als Schirmherr konnten wir unser Ehrenmitglied Heinz Schmitz gewinnen, der es sich trotz schwerer Krankheit nicht nehmen ließ, während der gesamten Feierlichkeiten auf dem Festplatz präsent zu sein. Dank der Unterstützung der Ortsvereine und eines einsichtigen Wettergottes wurde die Veranstaltung ein voller Erfolg.

Die Freude über das gelungene Fest wich am 05. September 2005 großer Trauer über den plötzlichen und unerwarteten Tod unseres Ehrenmitgliedes Peter Bongartz, dem der Verein seine Heimstatt im Vereinshaus „Am Lügenpfad“ zu verdanken hat.

Die bisher verwendeten Marschtrommlen schon etwas in die Jahre gekommen und zeigten immer größere Verschleißerscheinungen. Da die Ersatzteilbeschaffung durch das Alter der Trommeln kritisch wurde, erfolgte im im Jahr 2006 die Anschaffung neuer Marschtrommeln.

Vom 09. - 15. April 2006 fuhren wir erneut zu einer Probenwoche nach Tannheim-Schattwald in Tirol, was unserer Kameradschaft und unserem Zusammengehörigkeitsgefühl erneut sehr zuträglich war.

Den Tod unseres Ehrenmitgliedes Heinz Schmitz mussten wir am 18. Februar 2008 betrauern, der nach langer und schwerer Krankheit im Alter von 76 Jahren verstarb.

Am 01. Juni 2010 verstarb unser Ehrenmitglied Theo Meier im Alter von 71 Jahren. Noch im März 2010 wurde er in das Festkomitee für unser 40-jähriges Jubiläum berufen. Leider war es ihm nicht mehr vergönnt, an den Feierlichkeiten teilnehmen zu können.

Wir werden allen unseren verstorbenen Mitgliedern ein ehrendes Andenken bewahren.

In den vergangenen 40 Jahren haben uns sehr viele Vereine über lange Jahre hinweg die Treue gehalten, so dass wir an dieser Stelle einige Eckdaten aufführen wollen.

Bei folgenden Vereinen spielen wir bereits über einen längeren Zeitraum in ununterbrochener Folge jährlich auf:

39 Jahre – St. Lambertus Schützengesellschaft Welz
33 Jahre – Maiclub 1744 Bourheim e.V.
31 Jahre – St. Sebastianus Schützenbruderschaft Müntz
16 Jahre – St. Antonius Schützenbruderschaft Körrenzig
12 Jahre – Karnevals-Gesellschaft „Gevenicher Jekke“
7 Jahre – Vereinigte Schützengesellschaften Linnich

Darüber hinaus spielen wir in den letzten Jahren regelmäßig bei Veranstaltungen des AKV Linnich und der Dorfgemeinschaft Glimbach, sowie der Schützenbruderschaften in Barmen, Bergheim-Kenten und Brachelen.

Folgende Auftritte finden in unserer Chronik besondere Erwähnung:Wir nahmen an insgesamt 3 Bundesschützenfesten teil, die uns bis heute in guter Erinnerung geblieben sind.

2004 – Bundesschützenfest in Korschenbroich
2005 – Bundesschützenfest in Leverkusen
2006 – Bundesschützenfest in Kaarst

Beim Bundesschützenfest in Kaarst zogen wir vor großer Kulisse unter den Klängen des Badenweiler Marsches an den Fernsehkameras des WDR vorbei, welche die Veranstaltung live im WDR-Fernsehen übertrugen.

Im Oktober 2004 spielten wir erstmalig beim Reibekuchenfest in Linnich zu Gunsten des unter dem Vorsitz von Manfred Heinrichs stehenden Vereins „Hand in Hand“ e.V. auf. Seit dieser Zeit stellen wir uns jährlich in den Dienst der guten Sache. Hier der Link zur Hompage des Vereins Hand in Hand - Eltern, Kinder, Dritte Welt e.V.

Wir bedanken uns bei allen Institutionen, Personen und Vereinen, die uns in den vergangenen 40 Jahren verpflichtet und unterstützthaben, und bei mehr als 200 passiven Mitgliedern, die uns zum Teil schon seit 40 Jahren die Treue halten, wobei wir hoffen, dass sie uns auch zukünftig freundschaftlich verbunden bleiben.

Ganz besonders möchten wir uns bei unserem Ehrenvorsitzenden, Herrn Josef Weitz, für die Übernahme der Schirmherrschaft bedanken. Für uns kam nur er für diese ehrenvolle Aufgabe in Betracht, da der Verein ihm sehr viel zu verdanken hat. Er gehörte 29 Jahre dem geschäftsführenden Vorstand an, wobei er die Ämter des 1. Vorsitzenden und des Geschäftsführers bekleidete. Darüber hinaus war er auch nahezu 30 Jahre aktiver Trommler, wobei er seine aktive Laufbahn leider aus gesundheitlichen Gründen beenden musste.